Innovative Klärschlammverwertung: Phosphordünger

Die PYREG®-Technologie arbeitet nach dem Prinzip einer gestuften Verbrennung. Dabei wird der getrocknete Klärschlamm zunächst im PYREG®-Reaktor auf ca. 650 Grad erhitzt. Der Schlamm wird dabei jedoch nicht komplett verbrannt, sondern zunächst entgast und anschließend zur gezielte Luftzugabe karbonisiert. Die bei dem Prozess entstehenden Gase werden vom Karbonisat getrennt und in einer nachgeschalteten Brennkammer vollständig verbrannt. Saure Schadstoffe und flüchtige Klärschlammbestandteile wie Quecksilber werden mithilfe eines alkalischen Rauchgaswäschers und eines Aktivkohlefilters gebunden. Zurück bleibt ein vollständig hygiensiertes, phosphorhaltiges Karbonisat, das direkt als Rohstoff in der Düngemittelproduktion eingesetzt werden kann, da der im Karbonisat enthaltene Phosphor eine sehr hohe Pflanzenverfügbarkeit aufweist.

Anforderungen an den Klärschlamm

  • Trockensubstanzgehalt (TS) von mindestens 70%
  • Schütt- und rieselfähig
  • Mindestheizwert von 10 MJ/kg

Mengenbilanz eines PYREG®-Moduls

  • Input: 1.250t p.a. getrockneter KS mit 80% Trockensubstanz (TS)
  • Output: ca. 500t p.a. Recycling-Dünger mit bis zu 10-20% Phosphor
  • Bis zu 150 kWth können zum Beispiel bei optionaler Nachverschwelung für das Trocknen des Klärschlamms genutzt werden

Vorteile für den Betreiber

  • Verwertung gemäß geplanter Novelle der Klärschlammverordnung sowie Düngemittelverordnung und BImSchV
  • Dezentraler Einsatz: rechnet sich bereits ab einer Behandlungskapazität von ca. 30.000 bis 50.000 EW
  • Optimale Implementierung direkt auf der Kläranlage: Nutzt die vorhandene Infrastruktur
  • Aufskalierung durch die Verwendung mehrerer Module möglich
  • Vollständige Verwertung des Klärschlamms 
  • Entsorgungssicherheit über 2025 hinaus
  • Dauerhaft kostengünstige Verwertung
  • Langfristige Planbarkeit der Kosten
  • Reduktion der LKW-Transporte um bis zu 90%
  • Keine Zwischendeponierung der Klärschlammkarbonisate notwendig

Das PYREG®-Verfahren nutzt die Vorteile einer dezentralen thermischen Verwertung (Hygienisierung, Massenreduktion, Schadstoffausleitung), vermeidet aber die negativen Konsequenzen einer zentralen Monoverbrennung (hohe Investitions- und Betriebskosten, komplexe Klärschlammtransporte, Widerstand aus der Bevölkerung etc.).