Es war ein jahre­langes Ringen um die Novel­lie­rung des Dünge­rechts. Nun ist eine gemein­same Linie gefunden: Das novel­lierte Dünge­ge­setz ist seit 16. Mai 2017 in Kraft, die novel­lierte Dünge­ver­ord­nung seit 2. Juni 2017. Die neue Stoff­strom­bi­lanz-Verord­nung soll am 1.1.2018 in Kraft treten. Sie ist jetzt vom Bundes­ka­bi­nett verab­schiedet worden, der Bundesrat soll am 22. September 2017 darüber beraten. Die neuen Rege­lungen werden nicht nur erheb­liche Ände­rungen für die Land­wirt­schaft mitbringen, auch Klär­an­la­gen­be­treiber stehen vor neuen Heraus­for­de­rungen. In beiden Fälle kann die PYREG-Tech­no­logie alter­na­tive Verwer­tungs­lö­sungen aufzeigen.

Sperr­fristen für die Ausbrin­gung von Dünge­mit­teln auf 7 Monate ausge­weitet

Das erschwert nicht nur die ordnungs­ge­mäße Verwer­tung der Wirt­schafts­dünger. „Damit fallen in Deutsch­land auch erheb­liche Flächen­an­teile für die Klär­schlamm­aus­brin­gung weg.“ (Stefan Hüsch, BMEL, EUWID Wasser & Abwasser, 28.6.2017). Denn die Entsor­gung der Gülle wird für die meisten Land­wirte künftig wich­tiger sein als der Hinzu­ver­dienst durch die Klär­schlamm­ver­brin­gung. Die PYREG-Tech­no­logie ist als dezen­trale Verwer­tungs­lö­sung ab 30.000 bis 50.000 EW konzi­piert und stellt daher auch für klei­nere Klär­an­lagen eine alter­na­tive Verwer­tungs­lö­sung dar.

Neue Ober­grenzen für die Zufuhr von Nähr­stoffen

Die zuläs­sige Stick­stoff­gabe im Herbst wird künftig auf 60 kg Gesamt­stick­stoff und 30 kg Ammo­ni­um­stick­stoff je Hektar begrenzt. Auch die Phos­phat-Düngung wird erheb­lich einge­schränkt. Bei der Berech­nung der Stick­stoff­ober­grenze (170 kg N/ha & Jahr) müssen künftig zum tieri­schen Dung auch Gärreste aus Biogas­an­lagen berück­sich­tigt werden. Damit werden für Gülle und Gärreste zuneh­mend auch über­re­gio­nale Verwer­tungs­lö­sungen notwendig. Das schafft neue Anfor­de­rungen an die Lager- und Trans­port­fä­hig­keit der Wirt­schafts­dünger (Mengen­re­du­zie­rung und Hygie­ni­sie­rung). Eine Karbo­ni­sie­rung der Wirt­schafts­dünger schützt nicht nur die Umwelt (weniger Trans­porte), sondern spart auch Logis­tik­kosten.

Bundes­ein­heit­liche Vorgaben für die Lager­ka­pa­zität von flüs­sigen Wirt­schafts­dün­gern & Gärrück­ständen

Gülle muss mind. 6 Monate gela­gert werden können, bei inten­siver Tier­hal­tung oder ohne eigene Ausbrin­gungs­flä­chen sind ab 2020 mind. 9 Monate Lager­ka­pa­zität nach­zu­weisen. Das bedeutet nicht nur erheb­liche Kosten für Land­wirte und Biogas­an­lagen-Betreiber. Auch ist hier mit Wider­stand aus der Bevöl­ke­rung zu rechnen (mögliche Geruchs­be­las­tung, Hygiene-Problem, große Menge = erhöhtes Risiko). Hier kann eine Mengen­re­du­zie­rung und Hygie­ni­sie­rung der Gülle und Gärreste durch die ther­mi­sche Behand­lung im PYREG-Verfahren für gerin­gere Kosten und mehr öffent­liche Akzep­tanz sorgen. Gerade für Biogas­an­lagen-Betreiber hat eine Karbon­sie­rung der Gärreste noch eine weiteren Vorteil: Mit der Zugabe der gewon­nene Pflan­zen­kohle zum Gärpro­zess lässt sich die Gasaus­beute sigi­ni­fi­kant stei­gern.

Einfüh­rung der Stoff­strom­bi­lan­zie­rung

Diese wird ab 2018 verpflich­tend für Betriebe mit mehr als 50 Groß­vieh­ein­heiten und mehr als 30 ha land­wirt­schaft­liche Nutz­fläche sowie bei einer Tier­be­satz­dichte von mehr als 2,5 Großvieheinheiten/ha. Ab 2018 wird diese auch verpflich­tend für Betriebe mit Biogas­an­lagen. Ab 2023 müssen auch Betriebe mit mehr als 20 ha land­wirt­schaft­liche Nutz­fläche eine Bilan­zie­rung vorlegen. Gegen­über­ge­stellt werden muss dabei die Menge an Stick­stoff & Phos­phor, die in Form von Futter­mit­teln, Saatgut, Nutz­tieren und Legu­mi­nosen dem Betrieb zuge­führt wird und die Nähr­stoff­menge, die durch pflanz­liche und tieri­sche Erzeug­nisse wie Wirt­schafts­dünger, Futter­mittel, Saatgut und Nutz­tiere den Betrieb verlässt.

Einge­schränkte land­wirt­schaft­liche Verwer­tung von Klär­schlämmen, bei denen synthe­ti­sche Poly­mere zuge­setzt wurden

Ab 2019 dürfen nur noch Klär­schlämme mit synthe­ti­schen Poly­mere land­wirt­schaft­lich ausge­bracht werden, die eine Abbau­rate von 20% in 2 Jahren erfüllen.