15. Januar 2020
Sine Friedrich
Pflanzenkohle

PFLAN­ZEN­KOHLE: EU-weit für Öko-Landbau zuge­lassen

Zerti­fi­zierte Pflan­zen­kohle darf ab sofort euro­pa­weit im ökologischen/ biolo­gi­schen Landbau als Dünger/Bodenverbesserer einge­setzt werden. Was für ein Durch­bruch! In Deutsch­land beispiels­weise war der Einsatz von Pflan­zen­kohle bislang nur in Form von Holz­kohle in der Land­wirt­schaft erlaubt.

Nun aber hat Ursula von der Leyen als neue EU-Kommis­sions-Präsi­dentin im Dezember 2019 die Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (EU) 2019/2164 unter­schrieben. Diese ist seit 2020 in Kraft und regelt den Einsatz neu: Pflan­zen­kohle wird nun defi­niert als „Pyro­ly­se­pro­dukt aus einem breiten Spek­trum orga­ni­schen Mate­ria­lien pflanz­li­chen Ursprungs“ und wird in Anhang I der geltenden EU-Verord­nung (EG) Nr. 889/2008 in der Rubrik Dünge­mittel, Boden­ver­bes­serer und Nähr­stoffe als zuge­las­senes Dünge­mittel gemäß der Verord­nung (EG) Nr. 834/2007 aufge­führt.

Begründet wurde dieser Schritt damit, „dass die Stoffe ‚Pflan­zen­kohle‘ (…) mit den Zielen und Grund­sätzen der ökologischen/ biolo­gi­schen Produk­tion vereinbar sind“. Bleibt nun zu hoffen, dass die Zulas­sung auch bald mit den Zielen und Grund­sätzen des konven­tio­nellen Land­baus vereinbar sind. Denn egal, ob öko oder konven­tio­nell: Schon bei der Herstel­lung der Pflan­zen­kohle wird ein großer Teil des in der Biomasse enthal­tenen Kohlen­stoffs stabil in der Pflan­zen­kohle gespei­chert und nicht als CO2 frei­ge­setzt. Wird die „grüne Kohle“ zusammen mit Mist, Gülle oder Kompost auf den Acker ausge­bracht, bleibt der Kohlen­stoff über Jahr­hun­derte im Boden gebunden, es redu­zieren sich Nähr­stoff­aus­wa­schungen ins Grund­wasser, statt­dessen beschleu­nigt sich der Humus­aufbau und damit die Spei­che­rung eines Viel­fa­chen an CO2. Der Welt­kli­marat (IPCC) hat nicht umsonst den Einsatz von Pflan­zen­kohle in Verbin­dung mit dem Humus­aufbau zu einer wich­tigen Stra­tegie im Kampf gegen die Klima­er­wär­mung erklärt.

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